Wie Sie das Kaffeetrinken aufgeben
Koffein ist die moderne Droge der Arbeitswelt, leicht zu bekommen, gesellschaftlich akzeptiert, für jedermann erschwinglich und natürlich völlig legal. Zur Auswirkung auf die Gesundheit gibt es Studien sowohl über gute als auch krankmachende Eigenschaften, sodass ich bis zu diesem Punkt neutral bin. Eines ist klar – Koffein macht abhängig. Und aufgrund dieser Eigenschaft habe ich eher eine negative Haltung.
Als Jugendlicher trank ich oft Limonade, Cola war mein Lieblingsgetränk. Ich trank nie Kaffee und später am College nur ganz selten. Als ich aber mit dem Programmieren von Computerspielen begann, trank ich manchmal über Monate täglich Kaffee. Ich hörte aber immer wieder damit auf und trank dann wieder monatelang keinen Kaffee. Das war so eine Art Zyklus.
Dann las ich das Buch „Die Erfolgsstory Starbucks“ von Howard Schultz, in dem es um die Geschichte von Starbucks geht (Schultz ist der Geschäftsführer). Bei Schultz hörte sich "Gourmet Kaffee" so gut an, dass ich eine Zeit lang einen richtigen Starbucks Tick hatte und alle verschiedenen Sorten von Gourmet Kaffee ausprobierte, Espresso, Soja Kaffee Latte, usw. Ich weiß, nicht alle Kaffeetrinker mögen Starbucks (meine Mutter zum Beispiel sicher nicht), aber meiner Meinung nach gehört dieser Kaffee immer noch zu den Besten. Ein weiterer meiner Favoriten war Lion Kaffee aus Hawai. Ich habe mir eine schöne Espressomaschine gekauft und mir damit meine eigenen Soja-Cappucinos (ich meide alle Milchprodukte) gemacht.
Mir schmeckten die verschiedenen Gourmet-Kaffee-Sorten immer besser, im Gegensatz zu der Brühe, die ich sonst am College trank. Ich verfiel jedoch sehr schnell in das Suchtmuster, Kaffee aus Gewohnheit zu trinken anstatt dann, wenn ich Lust darauf hatte. Auch heute trinke ich ab und zu Kaffee, aber das ist eher die Ausnahme. Meist konsumiere ich über Wochen und Monate überhaupt kein Koffein. Es fiel mir ziemlich leicht mit dieser Gewohnheit aufzuhören.
Hier einige Möglichkeiten:

Methode 1: Von Kaffee zu Kräutertee
Wechseln Sie als erstes von Kaffee zu Tee. Sie haben dann noch immer das Koffein vom Tee, jedoch weniger. Nehmen Sie einen qualitativ hochwertigen Tee – nicht Lipton! Besonders mag ich Earl Grey und grünen Tee. Ich fand das von Beginn an ganz leicht. Wenn es für Sie aber zu schwierig ist, so abrupt zu welchseln, dann ziehen Sie diese Veränderung über einen Zeitraum von so vielen Wochen hin, so viele Tassen Kaffee Sie derzeit pro Tag trinken. Wenn Sie beispielsweise vier Tassen Kaffee pro Tag trinken, dann trinken Sie in der ersten Woche drei Tassen Kaffee und eine Tasse Tee, in der zweiten Woche zwei Tassen zu zwei Tassen, dann eine Tasse zu drei Tassen und schließlich Null Tassen Kaffee und vier Tassen Tee in der vierten Woche.
Als nächstes kommt der Wechsel von normalem Tee zu koffeinfreiem (nicht ent-koffeiniertem) Kräutertee. Kräutertee ist kein richtiger Tee, aber er kommt dem nahe. „Celestial Seasonings“ bieten eine große Palette an verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ich empfehle Ihnen, eine Packung mit einer Auswahl verschiedener Sorten zu bestellen um zu sehen, welche Sorten Sie mögen. Sie können den Wechsel abrupt machen oder wie oben beschrieben schrittweise vorgehen. Nun sind Sie koffeinfrei.

Methode 2: Von Kaffee zu Getreidekaffee
Wechseln Sie von Kaffee zu Getreidekaffee. Getreidekaffee ist im Vergleich zu Kaffee wie Kräutertee, verglichen mit Tee ist Getreidekaffee von Natur aus koffeinfrei. Getreidekaffee ist kein richtiger Kaffee sondern eine Mischung aus Zutaten wie Getreide, Nüsse, Trockenfrüchte und natürlichen Aromen. Mit dieser Mischung kann man in einer normalen Filter-Kaffeemaschine etwas brauen das ähnlich aussieht und schmeckt wie Kaffee. Manche der von mir gebrauten Getreidekaffees schmeckten sehr bitter und naja ... scheußlich. Nachdem ich einige verschiedene Sorten durchprobiert hatte fand ich einen wirklich gut: „Teeccino“. Ich kaufe ihn im Bioladen. Er hat den besten Geschmack von allem was ich ausprobiert habe und ist in verschiedensten Geschmacksrichtungen erhältlich: Vanille-Nuss, Java, Haselnuss, Schokolade-Minze, Mandel-Amaretto usw. Manchmal mische ich verschiedene Geschmacksrichtungen zu interessanten Kreationen zusammen. Während ich grundsätzlich noch immer den reichhaltigen Geschmack einer guten Tasse Sumatra Kaffee bevorzuge, ist dieses Zeug auch nicht schlecht. Schmeckt wie Kaffee, hat aber sein ganz spezielles Eigenaroma und keine Säure so wie Kaffee. Um ihn cremiger zu machen, gebe ich immer ein wenig Reis Dream (Reismilch) in die Tasse.
Eine tolle Möglichkeit zu Getreidekaffee zu wechseln ist es, ihn mit normalem Kaffee zu mischen indem man einfach die trockenen Zutaten in den Kaffeefilter gibt. Wenn Sie also normalerweise vier Löffel Kaffee nehmen, dann versuchen Sie es in der ersten Woche mit drei Löffeln Kaffee und einem Löffel Getreidekaffee und verändern die Menge schrittweise nach dieser Methode.
Teilweise basiert der Hang zum Kaffeetrinken auf dem Bedürfnis nach einem warmen Getränk, die zwei oben genannten Methoden konzentrieren sich darauf. Ich liebe es etwas Warmes zu trinken, vor allem im Winter. Ich habe sogar einen kleinen Tassenwärmer auf meinem Schreibtisch. Meistens wechsle ich wochenweise zwischen Teecino und Kräutertee. Heute habe ich schon zwei Tassen Vanille-Nuss Teeccino getrunken.
Ich nehme an, die selbe Methode funktioniert auch, wenn man nach Soda süchtig ist indem man zu Wasser oder Saft wechselt, ich hatte allerdings nie ein Problem damit, Soda aufzugeben.
Was ich nicht empfehle ist ent-koffeinierter Kaffee oder Tee, da bekanntlich Karzinogene für den Entkoffeinierungs-Prozess verwendet werden und ent-koffeinierte Getränke noch immer sehr viel Säure enthalten. Demzufolge, was ich darüber gelesen habe würde ich sagen, Sie sind mit Koffein besser beraten.
Wenn Sie Koffein aufgeben werden Sie höchstwahrscheinlich Entzugserscheinungen haben. Wenn ich vier Tassen Kaffee am Tag trinke und dann einen kalten Entzug mache, bekomme ich Kopfschmerzen und Rückenschmerzen und generell bin ich gefühlsmäßig mehrere Tage ziemlich durch den Wind. Dennoch ziehe ich persönlich einen raschen Wechsel einem schrittweisen vor. Ich möchte einfach den Entzug schneller hinter mich bringen.

Warum sollten Sie das Kaffeetrinken aufgeben?
Ich kann nicht leugnen, dass Koffein einen Energieschub und die Beschleunigung des Denkens bewirkt. Aber mir fallen ein paar negative Nebeneffekte auf, wenn ich Kaffee trinke. Durch das Koffein werden scheinbar gewisse Bereiche meines Gehirns überaktiv, während andere Bereiche inaktiv werden. Ich bin besser beim Dinge erledigen, aber sehr schlecht darin Prioritäten zu setzen, was gerade erledigt werden muss. Wenn ich viel Kaffee trinke, erledige ich oft stundenlang haufenweise unwichtige Dinge und führe vermehrt unproduktive Gewohnheiten in exzessiver Art und Weise aus. Wie eine Ratte im Hamsterrad erledige ich mehr und mehr, jedoch nichts, was wirklich wichtig wäre. Es fällt mir sehr schwer mich auf das große Ganze aus einer ganzheitlich durchdachten Perspektive zu konzentrieren, nachdem ich Koffein zu mir genommen habe.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass Koffein meine Intuition und Kreativität hemmt. Ich vermisse den Input feiner Wahrnehmungen und mein Denken wird zu geradlinig. Nichts gegen geradliniges Denken. Wenn ich viele untergeordnete Tätigkeiten zu erledigen habe und ich bereits eine To-Do-Liste besitze an die ich mich halten kann, hilft mir eine Tasse Kaffee, diese Dinge schnell abzuarbeiten. Wenn ich aber Aufgaben habe, die eine hohe Konzentration erfordern – wie die Entwicklung meines nächsten Vierteljährliche Planung - dann löst das Koffein ein Chaos in meinen Gedankengängen aus und verschlechtert meine Konzentrationsfähigkeit stark. Meine Gedanken fangen an zu rasen, das erschwert das Konzentrieren auf eine Sache.
Zusätzlich beeinträchtigt Koffein meinen Schlaf. Selbst wenn ich nur in der Früh eine Tasse Kaffee trinke und den restlichen Tag keine mehr, schlafe ich nicht so gut. Ich wache mitten in der Nacht auf oder es fällt mir schwer, in der Früh aus dem Bett zu kommen. Wenn ich kein Koffein zu mir nehme ist mein Schlaf erholsamer, ich stehe leichter auf und meine Mittags-Müdigkeit fällt merklich nicht so stark aus.
Und zu guter Letzt ist es mir mit Koffein heißer als normal, auch während ich schlafe. Ich muss die Klimaanlage aufdrehen damit ich mich wohl fühle, das bedeutet also einen versteckten Kostenfaktor.
Es gibt eine gute Seite dazu auf der Teeccino Homepage „Why be Caffeine-free?“. Ich meine damit nicht, dass Sie Kaffee komplett aufgeben sollen, aber meiner Meinung nach ist es nicht gut, das ganze Jahr hindurch abhängig davon zu sein. Vor allem wenn Sie, so wie ich, eine Verschlechterung der Intuition, Kreativität und des ganzheitlichen Denkens feststellen. Wenn Sie das Gefühl haben, Kaffeetrinken wird zur Sucht, versuchen Sie es mit einer der oben aufgeführten Methoden um zu einem Kaffeeersatz wie Kräutertee oder Getreidekaffee zu wechseln. So können Sie weiterhin ein warmes Getränk genießen ohne die negativen Effekte. Meiner Meinung nach ist es leichter, wenn man einen Ersatz für Kaffee hat als ganz damit aufzuhören, aber das muss nicht bei jedem so sein.
Übersetzung von ProblemImGriff, Original von Steve Pavlina:
„How to Give Up Coffee“
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