Rohkost Tag 2
Heute Morgen wachte ich um 3:15 Uhr auf und fühlte mich nicht gut. Ich hatte das Gefühl, ich bekomme eine Erkältung und mir lief die Nase ein bisschen. Ich verspürte auch eine leichte Übelkeit.
Ich war noch sehr müde, konnte aber nicht mehr einschlafen. Ich drehte mich nur rastlos hin und her, bis schließlich mein Wecker um 5 Uhr abging. Ich machte den Wecker aus, fühlte mich elend und beschloss, mein morgendliches Training ausfallen zu lassen. Normalerweise gehe ich um diese Zeit ins Fitnessstudio und mache Gewichtstraining, aber mein Körper wollte einfach nur Ruhe. Ich blieb bis kurz nach 7 im Bett, schleppte mich unter die Dusche und habe bestenfalls noch 20 oder 30 Minuten geschlafen.
Gewichtsverlust und andere Zahlen
Ich werde mich täglich vor dem Frühstück wiegen und auch einige andere Daten festhalten. Der Einfachheit halber möchte ich in meinen täglichen Einträgen nur den laufenden Gewichtsverlust dokumentieren und alle anderen Maße erst am Ende der 30 Tage. Vielleicht sogar mit einigen hübschen Tabellen und Diagrammen, um die täglichen Fortschritte abzubilden. Ich messe auch jeden Tag meine Körpertemperatur und meinen Blutdruck um zu sehen, ob es Veränderungen gibt.
Aus Erfahrung weiß ich, dass diese Blogeinträge wahrscheinlich auch noch in einigen Jahren gelesen werden (so wie es auch bei meinen Einträgen zum Polyphasen-Schlaf ist), deshalb möchte ich alles so detailliert wie möglich gestalten. Es ist zeitaufwändig, alle diese Daten zu erfassen und mitzuführen, vor allem die Nährstoffangaben, aber wenn es auch nur einer einzigen Person zum Erfolg verhilft, wo sie andernfalls vielleicht gescheitert wäre, dann ist es den Aufwand wert.
Mein Startgewicht am Morgen des 1. Januars war 84,4 Kilogramm und heute Morgen waren es 83,1, also eine Gewichtsabnahme von 1,3 Kilogramm bis jetzt. Es ist noch zu früh, um ein Aufhebens darum zu machen, aber ich werte es als gutes Zeichen. Ich zeichne mein Gewicht schon seit vielen Jahren auf, auch in den Wochen vor diesem Experiment. Aus Erfahrung weiß ich, dass eine Gewichtsabnahme von 1,3 Kilogramm für mich äußerst ungewöhnlich ist.
Mein Gewicht hielt sich in den vergangenen Jahren ziemlich konstant, im Schnitt zwischen 82 und 84 Kilogramm. An dem Tag, als ich den L.A. Marathon im Jahr 2000 lief, wog ich 82 Kilogramm. Schauen wir mal, was in den nächsten Tagen so passiert.
Während ich diese Blogeinträge schreibe muss ich ständig an die Szene aus „Die Braut des Prinzen" (mein absoluter Lieblingsfilm und auch eines meiner Lieblingsbücher) denken, wo Count Rugen Westley fragt, „Wie hat sich das angefühlt? Sag es mir. Und denk dran, das ist für die Nachwelt, also sei ehrlich. Wie fühlst du dich?" Ich hoffe dieses Experiment hat den gegenteiligen Effekt wie „Die Maschine" auf Westley.
Aber nun zum Essen ...
Frühstück
Als ich aufstand war ich nicht hungrig, also wartete ich bis 9 Uhr mit dem Frühstück. Selbst da war ich noch nicht extrem hungrig, deshalb machte ich mir eine kleinere, einfachere Mahlzeit als gestern.

4 Bananen (392g), 6 Klementinen (318g), Brombeeren (180g), Heidelbeeren (160g)
Gesamt:
667 Kalorien, 3g Fett, 168g Kohlenhydrate, 11g Eiweiß
Das war ziemlich ausgiebig und sättigend.
Ich fühlte mich den ganzen Morgen über ziemlich schlecht, ein bisschen durcheinander und geistig benommen, verglichen mit voriger Woche jedenfalls definitiv unterdurchschnittlich. Gleichzeitig fühlte ich mich aber extrem ausgeglichen und entspannt.
Als ich die Stiegen hinunter kam traf mich unvermittelt ein vertrauter Geruch, und die Quelle war schnell ausgemacht – ein großer Stapel flaumiger, veganer Pfannkuchen, die Erin für sich und die Kids gemacht hat. Ich sagte zu ihr: „Du bist gemein!“
Mittagessen
Gegen 13 Uhr entschloss ich mich zu einer weiteren Obstmahlzeit.

Smoothie:
Fuji Apfel (98g), Mango (179g), Gurke (58g), Sellerie (28g), ¾ Tasse Wasser
Obstteller:
2 Bananen (142g), Kirschen (158g), Fuji Apfel Stücke (208g)
Gesamt:
503 Kalorien, 2g Fett, 130g Kohlenhydrate, 4g Eiweiß
Das war eine schwere Kost. Bei der Hälfte war ich schon total satt, ich mampfte mich langsam durch den Rest vom Essen auf dem Teller, aber ich brachte nur noch den halben Smoothie runter. Ich trank, was in meinem Glas war, aber den Rest im Vitamix-Behälter konnte ich nicht mehr anrühren. Die obigen Zahlen betreffen das, was ich tatsächlich gegessen habe. Wenn ich alles aufgegessen hätte, wäre ich auf rund 700 Kalorien bei dieser Mahlzeit gekommen.
Ich muss wahrscheinlich noch ein wenig mit den Portionsgrößen experimentieren um herauszufinden, was für mich am besten funktioniert. Manche Rohköstler mögen es, den ganzen Tag über Snacks zu essen, während andere lieber 3 bis 5 Mahlzeiten zu sich nehmen. Andere bevorzugen eine Mischung aus beidem.
Heute verspürte ich eine leichte Schläfrigkeit am Nachmittag, aber es war nicht so schlimm wie gestern. Im Laufe des Tages verschwanden auch meine Erkältungssymptome, obwohl ich mich trotzdem den ganzen Tag ein wenig benommen fühlte.
Bevor ich mein Mittagessen zubereitete, sah ich Erin in der Küche einen veganen „Chick´n Burger" mit Salat und Tomaten machen. Ich sagte: „Mmmmh... das sieht lecker aus" Sie meinte: „Oooh.... zu schade dass du das nicht essen darfst!" Ich antwortete: „Ich meinte den Salat."
Natürlich sah das ganze Gericht äußerst lecker aus und wenn ich nicht gerade diesen Versuch machen würde, hätte ich mich umgehend bei ihrem Essen beteiligt. Es sind nur 30 Tage, oder?
Abendessen
Ich hatte wieder bis ca. 18 Uhr keinen Hunger. Aber ich arbeitete gerade an einem kleinen Projekt und wollte es noch vor dem Abendessen fertigstellen, daher kam ich erst gegen 19 Uhr in die Küche. Ich wollte etwas essen, was leicht sättigt und wenig Vorbereitungszeit in Anspruch nimmt, also habe ich diese einfache Mahlzeit ausgeheckt:

1 Avocado, mit einer Gabel zerdrückt (140g), Cocktail-Tomaten (164g), 1 Stange Sellerie, gehackt (68g), Frisch gepresster Limonensaft (Unbedeutende Menge), 1 Glas Wasser (360ml)
Gesamt:
290 Kalorien, 22g Fett, 26g Kohlenhydrate, 3g Protein
Das war recht lecker. Während meines ersten Versuches machte ich oft ein ähnliches Gericht, diesmal habe ich erstmals Sellerie hinzugefügt. Die Avocado sorgte für ein bisschen Fett und die cremige Konsistenz, die Tomaten und der Limonensaft verleihen dem ganzen einen netten, herben Geschmack und der Sellerie macht das ganze knackig. Kinderleicht in der Zubereitung und schnell zu essen. Sind die weihnachtlichen Farben nicht herrlich?
Normalerweise verwende ich, wie viele andere Rohköstler, Salz oder rohe Tamarisauce. Diesmal lies ich beides weg, das Salz ging mir nicht ab.
Ich habe überlegt, welches Gemüse hier noch gut dazu passen würde. Ein paar Karottenwürfel vielleicht. Wenn ich anstatt der Cocktail-Tomaten gewürfelte Tomaten verwenden würde, könnte ich das alles über ein Salatblatt verteilen, es einrollen und wie einen rohen Wrap essen.
Wenn man vegan lebt, aber nicht roh, dann ist es ganz leicht, für alles, was man davor kannte ein Ersatzprodukt zu bekommen. Ein Sandwich wird ein Veggie-Sandwich mit veganer Wurst. Rührei mit Speck oder Würstchen wird zu Rührtofu mit veganem Speck oder veganen Würstchen. Eine Schüssel Müsli wird zu einer Schüssel Müsli mit Reis- oder Sojamilch. Ein Burger wird ein Veggie-Burger. Truthahn wird zu „Tofurky". Eiscreme wird zu Soja-Eiscreme. Es gibt veganen Frischkäse und veganen Sauerrahm. Es gibt sogar vegane Steak-Streifen, wenn Sie Lust auf sowas haben.
Als Erin und ich 1997 vegan zu essen begannen, waren solche Lebensmittel eine Seltenheit, und das was erhältlich war, schmeckte nicht wirklich aufregend. Aber während der vergangenen Jahrzehnte gab es eine regelrechte Explosion solcher Produkte und sie schmecken fantastisch.
Aber von vegan auf Rohkost umzusteigen, ist nicht ganz so einfach. Manche Rohköstler versuchen einfach, die Menge an Lebensmitteln, die sie sonst kochen, zu verdoppeln. Das kann aber sehr viel Aufwand bedeuten und dazu gehören oft komplizierte Rezepte und ein Dörrgerät. Um wirklich auf Rohkost umsteigen zu können, muss man von den gewohnten Lebensmitteln ablassen und eine völlig neue Art des Essens annehmen. Manches wie Smoothies und Salate mögen vertraut sein, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt viele rohe Rezepte, die mit nichts bisher Gewohntem vergleichbar sind. Das können auch „Klingonen-Rezepte" sein, da ich nicht weiß, welche Gerichte meine neuen Favoriten werden und welche sich als langweilige Blindgänger entpuppen. Ich muss experimentieren, um Erfahrungen zu sammeln.
Abend-Snack
Einige Stunden nach dem Abendessen vertilgte ich noch einen grünen Smoothie (kein Bild).
3 Bananen (268g)
2 Tassen gemischtes, grünes Blattgemüse (48g)
1 Tasse Wasser
Gesamt:
244 Kalorien, 0,9g Fett, 62g Kohlenhydrate, 4g Eiweiß
Tageszusammenfassung
1.704 Kalorien, 28g Fett, 387g Kohlenhydrate, 23g Eiweiß
116g Natrium, 66g Ballaststoffe, 238g Zucker
13% der Kalorien von Fett, 5% von Eiweiß, 82g von Kohlenhydraten
Obwohl ich nicht so viel wie gestern gegessen habe, hatte ich das Gefühl, mehr als genug gegessen zu haben. Die Mahlzeiten, die reich an Obst sind, sind erstaunlich sättigend. Man bekommt bei dieser Ernährungsweise so viel zu essen, dass es einen wirklich richtig satt macht.
Obwohl es mir am Morgen schlecht ging, fühlte ich mich im Laufe des Tages zunehmend besser. Auch jetzt wo ich das hier schreibe (22 Uhr), fühle ich mich etwas benommen, definitiv nicht mein Normalzustand, aber wesentlich besser als am Morgen.
Ich weiß aus Erfahrung, dass ich mich während einer Entgiftungsphase nicht zu stark belasten darf. Ich werde vielleicht weiterhin die morgendlichen Trainingseinheiten auslassen und meinem Körper mehr Ruhephasen gönnen, wenn ich die Notwendigkeit verspüre. Ich könnte heute wirklich einen guten Schlaf brauchen.
Ab ins Bett ...
Zum Startartikel der Rohkost-Serie: 30 Tage Rohkost
Übersetzung von ProblemImGriff, Original von Steve Pavlina:
„Raw Food Diet – Day 2“
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