Gehen Sie jagen
Ich denke, die beste Art um sicherzustellen, dass unsere Ernährung mit unserer Moral übereinstimmt, ist es, den ganzen Prozess, welchen wir mit unserer Kaufentscheidung unterstützen, vom Beginn bis zum Ende zu verfolgen.
Wenn Sie zum Beispiel ein Fleischesser sind,
würde ich Ihnen dringend empfehlen, hin und wieder jagen zu gehen und zu essen, was Sie töten. Ich glaube, es ist wichtig diese Erfahrung zu machen, damit Sie Ihre Entscheidung richtig beurteilen können. Wenn Sie nicht selbst in der Lage sind ein Tier zu töten und für den Verzehr vorzubereiten, würde das auf eine große innere Inkongruenz hindeuten, sodass es vielleicht klüger wäre, Ihre Nahrungsmittel-Entscheidungen nochmals zu überprüfen.
Sie müssen das nicht jedes Mal machen, wenn Sie Fleisch essen aber machen Sie es zumindest einmal pro Jahr, um mit dem Vorgang vom Töten bis zum Verarbeiten in Kontakt zu bleiben. Wenn jemand nur Fisch ißt, würde es ausreichen, Fischen zu gehen.
Für einen lacto-ovo-Vegetarier würde ich empfehlen,
die Erfahrung zu machen, eine Kuh zu melken und ihre Milch zu trinken. Oder besuchen Sie eine Hühnerfarm und holen Sie sich frische Eier direkt an der Quelle. Beschäftigen Sie sich mit den Kühen und Hühnern, um sie aus nächster Nähe zu erfahren. Achten Sie auf Ihr Gefühl, das Sie haben, ihre Milch und ihre Eier zu nehmen und zu verzehren.
Wenn Sie gerne verarbeitete Lebensmittel essen
versuchen Sie einen dieser Lebensmittel-Hersteller, die Sie unterstützen zu besuchen und schauen Sie sich die Produktionslinie an. Ethel M. Chocolates in Las Vegas bieten zum Beispiel eine kostenlose Betriebsbesichtigung mit kostenlosen Schokoladen-Proben am Schluss an. Wenn Sie die Besichtigung machen, werden Sie Schokolade deshalb nicht lieben oder hassen, aber es erhöht Ihr Bewusstsein, welche Jobs Menschen machen, um Gourmet Schokolade zu produzieren. Es hilft Ihnen, Ihr Bewusstsein für die Konsequenzen Ihrer Handlungen zu stärken.
Seit nunmehr ein paar Jahren habe ich einen kleinen Garten in meinem Hinterhof. Ich bin kein guter Gärtner aber es war eine Lernerfahrung, ein wenig meiner Nahrung selbst zu züchten und zu essen. Mir fiel auf, dass ich lieber die Pflanzen esse, die sich selbst wieder erneuerten als jene, wo ich die ganze Pflanze aus dem Boden herausriss und sie damit tötete. Ich habe zum Beispiel einige grüne Zwiebeln, die jahrelang gedeihten, ich schneide hier und da ein paar Stücke ab und die Pflanze erneuert sich von selbst. Dasselbe funktioniert bei Kräutern. Obstbäume sind auch wunderbar, denn man kann die Früchte essen und die Planze lebt weiter und produziert immer mehr Früchte. Ich bevorzuge frische Früchte als Hauptbestandteil meiner Nahrung.
Ich kann mir mich selbst nicht vorstellen, wie ich ein Wild oder irgend ein anderes Tier jage und töte. Ich würde das Tier lieber weiterleben sehen. Wenn ein Löwe es töten will, ist das in Ordnung, aber ich bin kein Löwe. Wenn jemand trotzdem Fleisch isst, dann denke ich, dass jagen und die Beute essen eine essentielle Erfahrung ist, die man gemacht haben sollte. Andernfalls ist es sehr wahrscheinlich, dass man sein Bewusstsein einschränkt und in die Inkongruenz schlittert, welche mit der Zeit die Selbstachtung beschädigt.
Ich sah viel Wild bei meiner letzten Autofahrt, weiters auch Kühe und viele andere Tiere und ich verspürte niemals das Verlangen, eine Waffe zu zücken und sie zu töten und zu essen. Stattdessen empfand ich sie als sehr schön und friedlich. Ich hätte mich gerne hingesetzt und sie beobachtet, nicht ihr Leben beendet.
Einmal kamen Rachelle und ich sehr nahe an ein Reh und hatten praktisch eine Unterhaltung mit ihm, während wir ein paar Fotos machten. Wir sprachen an keiner Stelle über die Schmackhaftigkeit oder die Nahrhaftigkeit des Rehs. Vielleicht erlaubte es uns deshalb so nahe zu kommen, fast in Knutschweite. Danach bedankten wir uns bei ihm für die Fotos.
Für mich ist Kongruenz mehr eine schrittweise Entwicklung als ein entgültiger Zustand. Die Kongruenz zwischen unseren Werten und unseren Entscheidungen ist ein lebenslanger Prozess. Es geht nicht darum, Perfektion zu erreichen. Sobald Sie einen Schritt abgeschlossen haben, denken Sie vermutlich für kurze Zeit, dass Sie eine neue moralische Ebene des Gutseins erreicht haben, aber kurz darauf offenbart sich schon der nächste Schritt.
Ich muss daran denken, dass 9 Milliarden Nutztiere jährlich in den USA geschlachtet werden. Und ich frage mich, wie viele dieser Tode passieren würden, wenn der Endverbraucher das Töten selbst erledigen müsste. Ich glaube wir stimmen alle darin überein, dass es weit weniger als 9 Milliarden Tötungen wären.
Wenn Sie Fleisch essen,
Sie aber niemals persönlich und gewollt ein Tier getötet und gegessen haben und sich auch weigern, es wenigstens zu versuchen, bedeutet das, dass Sie feige sind? Ja, ich glaube schon. Immerhin, wenn Ihre Werte es zulassen, Fleisch zu essen, dann müssen Ihre Werte auch die grundlegenden Vorgänge, die das Fleischessen ermöglichen, gutheißen: Bewusst ein Tier zu töten und sein Fleisch zu essen.
Es gibt natürlich unzählige Möglichkeiten, die Ideen dieses Artikels weiterzuführen. Entscheidungen zu Nahrungsmitteln sind nur ein Anwendungsgebiet. Der Punkt ist jedenfalls, wenn Sie sich selbst nicht dazu überwinden können, an dem Prozess, den Sie derzeit durch Ihre Entscheidungen unterstützen, teilzuhaben, dann respektieren Sie diese Vorgänge in Wahrheit nicht.
Und wenn Sie weiterhin an Vorgängen teilnehmen, die Sie nicht respektieren, respektieren Sie dann wirklich die Entscheidungen, die Sie treffen?
Und wenn Sie weiterhin Entscheidungen treffen, die Sie nicht respektieren, respektieren Sie sich dann selbst?
Wenn Sie Schritte unternehmen,
um die Übereinstimmung zwischen Ihren Werten und Ihren Entscheidungen zu erhöhen, wird Ihr Selbstwert steigen. Und mit größerem Selbst-Wert ist es viel weniger wahrscheinlich, dass Sie in missbräuchliche Situationen gelangen und es ist wahrscheinlicher, dass Sie Ihre hohen Standards Ihr Leben lang beibehalten, sowohl privat als auch beruflich.
Wenn Ihre Werte und Ihre Entscheidungen nicht übereinstimmen, bedeutete dass, Sie schätzen sich selbst nicht.
Übersetzung von ProblemImGriff, Original von Steve Pavlina:
„Go Hunting“
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