Problem im Griff

Rohkost Tag 1

 

Hier ist mein Eintrag über den ersten Tag meines 30-Tage-Rohkost Versuches, in dem ich ausschließlich rohe Nahrung zu mir nehme (Obst, Gemüse, Nüsse und Samen). Es gab keine ernsthaften Probleme, ich würde also sagen der heutige Tag war ein Erfolg.

Zumindest in den ersten Tagen des Versuches werde ich das Essen noch wiegen. So kann ich die aufgenommenen Kalorien und Nährstoffe mitverfolgen und überprüfen, ob ich die von mir geplanten Mengen einhalte. Ich bin es nicht gewohnt, so zu essen und üblicherweise isst man bei dieser Ernährungsform dann zu wenig und ist dann die ganze Zeit hungrig. Dieses Problem möchte ich vermeiden und auch meine Fettaufnahme unter 15% der Kalorien halten, idealerweise um die 10%.

Ich gebe alle Gewichtsmaße in Gramm an. Wenn Sie die Unzen wissen möchten, dividieren Sie die Zahlen einfach durch 28. Für die Nährstoffangaben verwende ich die Daten von CalorieKing.com. Wenn ich für ein Nahrungsmittel keinen passenden Eintrag finde, nehme ich den am nächsten geeigneten Eintrag, das wird aber nicht oft vorkommen, da bei CalorieKing praktisch alles aufgelistet ist.

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Alle Mengenangaben beziehen sich auf die essbaren Anteile, d.h. Schalen, Stiele, Kerne, etc. werden nicht gezählt – andernfalls erfolgt ein gesonderter Hinweis. Wenn ich beispielsweise einen Apfel esse, dann wiege ich ihn ab, verzehre die essbaren Teile, wiege dann das Kerngehäuse und subtrahiere es vom Gesamtgewicht. Oder ich schneide den Apfel in Stücke und wiege die Stücke, bevor ich sie esse.

Wenn es um Obst und Gemüse geht werden die Zahlen zwar nicht perfekt sein, aber so präzise, wie es mir mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln möglich ist.

 

Logo-Ringe-gruenIch hoffe, dass ich mit diesem detaillierten Blog eine brauchbare Anleitung für all jene gebe, die eine Ernährung mit Rohkost in Erwägung ziehen.

Und jeder soll aus meinen Fehlern lernen können. Es gibt einige erfahrene Rohkost-Coaches, die ebenfalls dieses Experiment beobachten. Durch meine detaillierten Angaben sollte es ihnen also möglich sein, zu erkennen, ob ich auf dem richtigen Weg bin oder ob ich Fehler mache. Sie werden in den ersten ein oder zwei Wochen, wenn ich das Essen sozusagen „wieder erlerne" vielleicht einige Veränderungen beobachten.

 

Logo-Ringe-gruenUnd so sah mein erster Tag mit Rohkost aus:

 

Frühstück

Ich war ziemlich hungrig, nach einer Dusche machte ich mir folgendes Frühstück:

Tag-1-Frühstück

 

Obst- und Gemüseteller:
Trauben (218g), 2 Stangensellerie (82g), Mangospalten (148g)

Grüner Smoothie:
2 Bananen (210g), 2 Tassen gemischtes, grünes Blattgemüse (42g), 1 Tasse Wasser

Fruchtschale:
8 Klementinen (482g inkl. Schale)

Obstsalat:
2 in Stücke geschnittene Bananen (246g), Erdbeeren (152g), Brombeeren (170g), Heidelbeeren (182g)

Gesamt:
1.106 Kalorien, 5g Fett, 281g Kohlenhydrate, 17g Eiweiß

 

Das hört sich vielleicht wie ein riesiges Frühstück an und möglicherweise war es auch ein bisschen viel, wenn ich aber das Trainingsprogramm vor dem Frühstück abziehe (350 Kalorien), bin ich für den Tag bis jetzt bei netto 756 Kalorien.

Das war eine schmackhafte und köstliche Mahlzeit mit viel Abwechslung. Das meiste davon, angefangen bei den Klementinen, aß ich im Esszimmer. Dann nahm ich eine Schüssel Obstsalat mit in mein Büro um fertig zu essen, während ich ein wenig Schriftverkehr beantwortete. Nach dieser Mahlzeit verspürte ich einige Stunden lang keinen Hunger mehr.

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Eigentlich mag ich ledigen, rohen Sellerie nur, wenn er dick mit Mandelbutter bestrichen und mit Rosinen bestreut ist, oder vielleicht mit einem cremigen Zwiebelaufstrich. In dieser Mahlzeit hatte er aber die Funktion, die Süße des Obstes auszugleichen. Ich nahm einen Bissen vom Sellerie, um meinen Gaumen zu reinigen, was das Obst reizvoller machte.

Der grüne Smoothie schmeckte sehr gut. Das ist erst das fünfte Mal, dass ich so etwas gemacht habe. Die Süße der Bananen überdeckte den Geschmack des grünen Gemüses, das ist also eine tolle Möglichkeit, mehr Gemüse unterzubringen.

Ich wollte meinen 30-Tage Versuch mit einem interessanten, abwechslungsreichen und optisch ansprechenden Mahl beginnen. Morgen werde ich wohl ein kleineres und weniger kompliziertes Gericht zubereiten.

Sie denken vielleicht, das war eine fettfreie Mahlzeit, sie beinhaltete jedoch 5g Fett, allein aus dem Obst und Gemüse, also in etwa ein Teelöffel Öl.

 

Mittagessen

Nach dem Frühstück habe ich keine Snacks mehr gegessen und wurde bis ca. 14 Uhr nicht mehr hungrig. Somit hatte ich ein spätes Mittagessen gegen 14:30 Uhr. Eine rohe Mahlzeit als Mittagessen war definitiv ein seltsames Gefühl. Ich esse oft Obst zum Frühstück, aber praktisch nie ein rohes Mittagessen. Mein typisches, veganes Mittagessen war ein Gemüse-Sandwich oder ein Gemüse-Burger. Ich hatte um diese Zeit einfach keine Lust auf mehr süßes Obst, sondern eher auf etwas Salziges. Ich verwende bei diesem Versuch aber kein Salz.

Ich hatte das Gefühl, dass ich mehr Obst essen sollte, aber mir war stattdessen eher nach einer Gemüsemahlzeit. Also machte ich mir Folgendes:

Tag-1-Mittagessen

 

Veggie-Sticks:
3 Karotten (198g), 3 Stangensellerie (126g)

Salat:
2 kleine Köpfe Römersalat (224g), Rotkraut (98g)
 
Dressing:
Ca. 2 Teelöffel rohes Tahini (38g), frischer Zitronensaft aus ½ Zitrone (8g), ca. 1 Tasse Cocktail-Tomaten (126g), alles zusammen im Vita-Mix gemixt.

Getränk:
1 Glas Wasser

Gesamt:
410 Kalorien, 20g Fett, 55g Kohlenhydrate, 14g Eiweiß. Davon stammen 214 Kalorien und 18g Fett vom Tahini.

Falls Sie rohes Tahini nicht kennen, die einzige Zutat sind rohe Sesam-Samen – kein Salz oder etwas anderes. Ich verwende rohes Bio-Tahini der Firma Living Tree Community Foods. Es ist eine gute Basis für rohe Salatdressings, da es Fett und die cremige Konsistenz liefert. Ich hätte auch Avocados nehmen können. Die Hälfte des Dressings mischte ich unter den Salat und die andere Hälfte gab ich in eine kleine Schale, als Dip für die Karotten und den Sellerie.

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Als ich die Karotten und den Sellerie in das Dressing dippte fiel mir ein leicht salziger Geschmack auf. Das war eigenartig. Dann erst begriff ich, dass es die Karotten und der Sellerie selbst waren, die salzig schmeckten, nicht das Dressing. Die Karotten beinhalten 137mg Natrium und der Sellerie hatte 101mg. Der Salat und das Kraut hatten jeweils nur 18mg. Das ist nicht viel, aber genug für mich, um es zu schmecken. Manche Rohköstler dörren den Sellerie und mahlen ihn dann mit einer Kaffeemühle zu Flocken. Sie verwenden das wie Salz oder als Gewürz für Salate und andere Gerichte.

Bei dieser Mahlzeit muss man sehr viel Kauen und so bekamen meine Kauwerkzeuge eine kleine Trainingseinheit. Das alles zu essen dauerte ca. 30 Minuten. Ich kann verstehen, warum manche Rohköstler ihr Gemüse bevorzugt in Form von gemixten Salaten zu sich nehmen (= Salat in einem Standmixer zum Trinken). Was mich an meinem ersten Rohkost Versuch am meisten stört ist der Zeitaufwand. Ich muss Wege finden, um die Mahlzeiten effizienter zu gestalten. Zumindest dieses Mittagessen ging schnell und war einfach in der Zubereitung.

 

Nachmittags-Snack

Als Snack aß ich zwei kleine Bananen (166g). Ich hatte keine Lust, sie zu fotografieren. Ich bin mir sicher, Sie können sich zwei Bananen vorstellen.

Gesamt:
148 Kalorien, 0,5g Fett, 38g Kohlenhydrate, 2g Eiweiß

 

Abendessen

Zur Abendessens-Zeit war ich nicht sehr hungrig, also hatte ich ein leichtes Abendessen mit ausschließlich Obst.

Tag-1-Nachmittag

1 Papaya (148g), 1 Banane (80g), 1 Mango (266g), Brombeeren (158g), 1 Glas Wasser

Gesamt:
370 Kalorien, 2g Fett, 93g Kohlenhydrate, 5g Eiweiß

Das lustige Gesicht habe ich für meine Kinder gemacht. Natürlich wollten sie es dann essen. Mir fiel auf, dass der Rest der Familie heute viel mehr Obst aß als sonst. Ich glaube ihnen hat gefallen, wie ich es äußerlich gestaltet habe. Vielleicht ist diese Ernährungsform ansteckend.

 

Abend-Snack

Einige Stunden nach dem Abendessen genehmigte ich mir noch einen grünen Smoothie. Ich habe kein Foto gemacht, da er gleich aussah, wie der vom Frühstück, ich gab lediglich noch ein paar Scheiben Mango dazu.

2 Bananen (170g)
2 Tassen gemischtes, grünes Blattgemüse (40g)
Ein paar Scheiben Mango (102g)
1 Tasse Wasser

Gesamt:
227 Kalorien, 0,8g Fett, 58g Kohlenhydrate, 3g Eiweiß

Die Mango machte den Smoothie etwas süßer und fruchtiger und überdeckte geschmacklich das grüne Gemüse noch stärker. Wenn ich für den Smoothie nur Bananen und grünes Gemüse verwende ist der Geschmack erdiger.

 

Tageszusammenfassung

3.880g Nahrungsmittel (gerechnet ohne das beigefügte Wasser)
2.261 Kalorien, 28g Fett, 524g Kohlenhydrate, 41g Eiweiß
407mg Natrium, 89g Ballaststoffe, 331g Zucker
10% der Kalorien von Fett, 7% von Eiweiß, 83% von Kohlenhydraten

Diese letzte Zeile beschreibt genau das, was ich will.

Die meiste Zeit des Tages war mein Energielevel normal, zwischen Mittag und etwa 17 Uhr verspürte ich eine starke Müdigkeit. Das ist bei mir eigentlich ungewöhnlich. Meine körperliche Energie war normal, aber ich fühlte mich schläfrig, fast als wäre ich ein wenig betäubt. Ich habe letzte Nacht (Neujahrstag) keinen Alkohol getrunken, bin um meine normale Zeit schlafen gegangen und schlief sehr gut. Ich bin mir unsicher ob das etwas mit der Ernährung zu tun hat oder nicht. Selbst jetzt, während ich das hier schreibe fühle ich mich müder als sonst um diese Zeit... nicht schläfrig, aber irgendwie leicht geistig umnebelt.

Ich musste heute nicht öfter zur Toilette als sonst, sollte ich jedoch während dieser Ernährungsform öfter zur Toilette müssen als gewöhnlich, wäre das in meinem Fall kein Problem. In meinem Heimbüro habe ich ein eigenes Badezimmer und die Toilette ist nur 5 Schritte von meinem Schreibtisch entfernt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das für manche Menschen eine ziemliche Unannehmlichkeit bedeuten könnte.

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Ich bin gespannt ob ich Gewicht verliere, ohne dass ich die Kalorienzufuhr reduziere. Wenn die Kalorienzufuhr gleich bleibt, sollte ich in etwa mein Gewicht halten, oder? Vorausgesetzt dass ich in etwa die selben Kalorien zu mir nehme und mein Trainingsprogramm nicht erweitere.

Ich bin vollkommen zufrieden mit dem, was ich heute gegessen habe. Ich hatte nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Am meisten störte mich, dass es länger dauerte, das alles zu essen, als es mir lieb war. Die Vorbereitungszeit war dafür nicht so schlimm.

Einige Forenmitglieder machen diesen 30-Tage Versuch parallel mit mir. Das ist wunderbar, so können wir unsere Erfahrungen gegenseitig austauschen und einander dabei ermutigen, weiterzumachen.

Auf zu Tag 2!

 

Zum Startartikel der Rohkost-Serie: 30 Tage Rohkost

 


Übersetzung von ProblemImGriff, Original von Steve Pavlina:
„Raw Food Diet - Day 1“


 

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